Die neue Schlankdiät / Wunschfigur ohne Hungern / Abnehmen ohne Verzicht

Zu meinem eigenen Erstaunen habe ich in den letzten Monaten einen signifikanten Anteil meines Körpergewichts abgenommen. Und mit signifikant meine ich signifikant im statistischen Sinne, ich habe nämlich für Forschungszwecke mein Gewicht protokolliert um eine Regressionanalyse rechnen zu können. Nach den Regeln des Internets macht mich mein Gewichtsverlust zur Ernährungsexpertin – als solche habe ich zwar das Recht, eine Gemüsekrone mit proteimreichen Dressing zu tragen, bin jedoch zugleich verpflichtet, über meinen Gewichtsverlust zu bloggen.

Also, aufgepasst: Der Weg zur Traumfigur ist eine kohlenhydratlastige, fettreiche vegane Mischkost. Wichtig ist es, das Frühstück wegzulassen und stattdessen zwei große Tassen sehr starken Kaffee mit Sojamilch zu trinken; sollte die Sojamilch ungesüßt sein, helft mit zwei Löffeln Zucker nach.

Mittags und abends sollte man grundsätzlich warm essen. Gebratenes und Frittiertes ist vollkommen okay, sorgt nur dafür, dass ihr ausreichend Öl verwendet. Faustregel für die Bestimmung der adäquaten Nahrungsmenge: Kalkuliert die Portionen so, dass theoretisch genug für zwei Mahlzeiten da ist. Nehmt dann aber kräftig Nachschlag. Damit bleibt der Rest so klein, dass es sich auch nicht mehr lohnt, ihn aufzubewahren. Deswegen esst ihn dann auch noch. Dadurch nehmt ihr nicht nur ab, sondern stellt auch sicher, dass euer Lebensgefährte auch am nächsten Tag wieder neu kochen muss – schlank und permanenter Nahrungsnachschub, zwei Fliegen mit einer Klatsche!*

Das kommt euch jetzt vielleicht sehr anstrengend vor, aber dafür gibt es einen kleinen Trick, wie ihr ohne Reue schummeln könnt: Alles, was auf dem Schreibtisch eures Mitbewohners steht, hat für euch keinerlei Kalorien. Wenn ihr ihm seine Chips, seine Nüsse und seine Schokolade wegesst, dann kommen die Kalorien nicht auf euer Konto sondern auf seins. Klingt komisch, ich konnte das aber bereits mehrfach verifizieren, vertraut mir! Das sogenannte Dorian-Gray-Snacking-Prinzip ist das Erfolgsgeheimnis meiner Diät. Und um sicherzustellen, dass ihr keine Mangelerscheinung bekommt, supplementiert ihr mindestens dreimal die Woche Burger und Bier.

Hm.

Vielleicht solltet ihr doch besser keine Ernährungstipps von mir annehmen. Wenn ich mir das so durchlese, klingt das so, als hätte ich alles falsch gemacht. Und zu allem Übel wollte ich nicht mal abnehmen! Dabei ist der Wunsch, abnehmen zu wollen, doch Kern jeder Gewichtsreduktionsdiät.

Wobei, vielleicht ließe sich daraus auch Profit schlagen?

Ich präsentiere: Die buddhistische Diät der Nicht-Anhaftung. Um abnehmen zu können, müsst ihr euch vom Ziel des Abnehmens ablösen. „Wenn du es eilig hast, mache einen Umweg“, „Wenn du zur Quelle willst, musst du gegen den Strom schwimmen“ etc. pp. Wenn ich das ausgearbeitet habe, verkaufe ich die Geschichte an die ganzen Frauenzeitschriften und mache damit dick Kohle!

* Für diesen Blogeintrag wurden keine Tiere verletzt.

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