Mein schönstes Ferienerlebnis 5

So langsam wird die Blogeintragsneuonlinestellungsfrequenz hier beunruhigend. Das hat nichts damit zu tun, dass es hier in Frankreich langweilig wäre. Ganz im Gegenteil!

Heute beispielsweise waren wir in Saintes-Maries-de-la-Mer. Dieses navigationsgeräteingabeunfreundlich benannte malerische Dörflein liegt am Meer.

Daher der Name – BABÄM.

Am Meer ist es immer schön und man kann meerestypische Dinge machen wie den Meeresduft genießen. Wer einen Verwendungszweck für Dutzende wunderschöne Meeresmuschelschalen hat meldet sich bitte bei mir. Was will man meer? (Höhöhö…)

Danach fuhren wir weiter und machten quasi eine Cabrio-Safari mit dem heiligen Dreigestirn der südfranzösischen Fauna – schwarze Stiere, weiße Pferde, rosa Flamingos. Erstere sind hier populär aufgrund des regionalen Stierkampfes, der Course Camarguaise. Zweitere können dem Reiseführer zufolge ihre Nüstern verschließen und so auch Unterwassergras verzehren – Seepferdchen sozusagen, höhöhö. Und letztere sind ausgesprochen scheu und deswegen nur aus ausgesprochener Distanz zu betrachten. Dafür gibt es schöne 3-D-Postkarten, auf denen man sich alle drei Tier harmonisch vereint aus nächster Nähe anschauen kann.

Apropos Postkarten: Das Amphitheater aus Nîmes, dass wir aus Bequemlichkeitsgründen nicht besichtigten, verfolgt uns und taucht an jeder Ecke als Postkartenmotiv auf. Aber zurückfahren deswegen – nee! Außerdem, es steht da ja schon über 1900 Jahre lang, weglaufen tut es uns jetzt auch nicht mehr.

Unser nächstes Ziel war Aigues-Mortes, zu deutsch: Tote Wasser, mit seiner vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer. Aigues-Mortes lebt vom Tourismus, und das merkt man auch. Ein Laden in der Altstadt, aus dem lauter Techno dröhnte, verkaufte die Shirts zur Fullmoon-Party auf Koh Phangan, Thailand, womit wohl die Zielgruppe klar wäre. Touristische Touri-Touris.

Zu denen gehören wir natürlich nicht!

Auf der Tourist-Information wehten sage und schreibe 23 Exemplare der drapeau tricolore und eine einzige einsame Europaflagge. Es war auch die erste Tourist-Information meines Lebens, in der praktisch niemand auch nur einen korrekten Satz auf Englisch formulieren konnte – ob da wohl ein Zusammenhang besteht?

Jedenfalls, wir verweilten nicht besonders lange in den toten Wässern und zogen weiter nach Montpellier.

Montpellier! Das Silicon-Valley von Frankreich! Heimat der schönsten Frauen Frankreichs, angeblich. Ein zugegeben schwacher Trost für uns, gab es doch in Nîmes die schönsten Kellner Frankreichs.

Anfangs hatten wir gewisse Orientierungsschwierigkeiten zwischen all den Schildern mit den merkwürdigen Bezeichnungen. Zum Beispiel ging es einmal nach links zu „Anti-gone“ und einmal nach rechts zu „Poly-gone“. Soll mal einer diese Franzosen verstehen…

Wir haben es aber trotzdem bis in unser Hotel geschafft. Dazu lässt sich sagen: Immerhin hat unser Zimmer ein Fenster.

Drei weitere Pluspunkte, um mal das Positive zu sehen:

  • Wir haben keinen Autolärm (vor dem Fenster verläuft allerdings die Hauptstraßenbahnachse zum Hauptbahnhof)
  • Im Zimmer riecht es lecker nach Döner Kebap (ich esse allerdings immer noch kein Fleisch, geschweige denn Döner Kebap)
  • Im Foyer hängt ein lustiger Zettel der uns auffordert, beim Auschecken die Demokratische Republik Kongo [sic!] durch den Briefkastenschlitz zu werfen

Bonne Chance et bonne nuit à tous…

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